All posts tagged: Gesellschaft

Flight mode

Eine eilige Frage von British Airways beantwortet zu bekommen könnte so einfach sein. Ein kurzer Anruf und – Wartemusik. Hin und wieder wird die Gitarre von Ansagen unterbrochen. Ich sollte doch Zeit sparen und online einchecken. Würde mal jemand rangehen, könnte ich noch viel mehr Zeit sparen. Und Nerven. Später werden die Vorteile des Punktesammelns aufgezählt. Warum nicht, wenn ich schon keinen Support kriege, dann lasse ich mich doch gerne zum Kauf von Firlefanz überreden. Das nicht existente Gespräch wird selbstverständlich zu Überwachungszwecken aufgezeichnet. Ignoranz made in Great Britain. Oder Böswilligkeit. Denn mit etwas Paranoia lassen sich die Trollansagen auch anders deuten. Was macht eine Fluggesellschaft bei einem Zwischenfall? Wenn ein Flieger abstürzt oder auch nur zwanzig Koffer geklaut werden? Da muss sofort ein Notfallplan anlaufen: Die lästige Presse loswerden, die eigenen Mitarbeiter desinformieren, absperren, vertuschen. Die Servicehotline bildet das Zentrum. Den Anrufer gilt es zu beschäftigen, dann gibt er garantiert keine Informationen weiter. So können Notfälle effektiv nicht gemeldet werden. Kamera, Notebook und Handy trage ich immer im Handgepäck, um den terroristischen Behören den …

„Hier wird Vakuum verpackt!“

Im Mai traf sich mal wieder die Internetgemeinde in Berlin, um Netzpolitik, Startups und Technik zu besprechen. Wie immer war es für mich eine gelungene Mischung. Beim Vortrag von Michael Kreil war meine Datenvisualisierung von Fefes Blogzeiten zu sehen, worüber ich mich besonders freute. Aber nicht alles erschien wie gewohnt. So gemütlich wie sonst war die re:publica 2012 nicht. Neben der kuscheligen Gruppe von Bloggern kamen dieses Mal auch fachlich desinteressierte Politiker und Professoren, die erklären wollten, warum sie Millionen an Steuergeldern in erfolglosen Projekten versenken. Abkürzungen wurden von ihnen stumpf umgedeutet und einfache Begriffe falsch erklärt. Besonders skurill schien die Situation, wenn direkt nach den unbeholfenen Reden der gewissensbefreiten Söldner einige Vereine ans Mikrofon traten und erklärten, wie sie die selben Ziele mit ein paar Spendengeldern erreicht haben. Beispielsweise halfen Sebastian Sooth (@sebaso) und Nicole Ebbers (antischokke.de) von Wikimedia, massenweise Daten einer Stadt zu befreien und neue freie Inhalte zu erstellen. Von den Parolen aus Parlament und Wissenschaft schaffte es nur eine in meinen Notizblock: „Ich muss jetzt zum Ende kommen.“ Für diesen Lichtblick …

Fernsehproduktion im Selbstversuch

Was passiert eigentlich, wenn man für eine TV-Dokumentation O-Töne von Zeitzeugen dreht, aber keine Erfahrung mit Film und Medien hat? Nicole und Helena probierten es aus. Ich war als Kameramann dabei. Ob sich ein paar Clips eignen gesendet zu werden, wird sich zeigen. Es geht um die Gastarbeiter der DDR in den 80er Jahren. Sie wurden möglicherweise als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und waren nach dem Fall der Mauer auch noch die größten Verlierer. Unser Interviewpartner Osmani Ventura aus Kuba hatte ganz andere Erlebnisse. Hier ein Ausschnitt des Materials unter CC-BY-SA:

Georg Schramms 48 Stunden

Am 17. Februar um 11:04 erklärte Bundespräsident Wulff seinen Rücktritt. Genau eine Stunde später startete ich die Webseite istgeorgschrammschonimamt.de mit nichts als der Information, dass Georg Schramm nicht Präsident ist. Der Auftritt war bewusst im Stil von istchristianwulffnochimamt.de gehalten. Zugegeben, für mich war es in dem Moment egal, wer Georg Schramm eigentlich ist. Die ganze Aktion war ein Witz. Im Laufe des Tages twitterten viele tausend User über meine Seite, der Rhein-Zeitung war die Aktion eine Notiz wert, und Fefe linkte. Nebenher klickten die Leute auf Facebook fleißig zu mir. Unisono versuchten sie der Netzgemeinde zu verklickern, dass Georg Schramm keineswegs ein Spaßkandidat, sondern – ganz ernst gemeint – genau die richtige Person wäre. Am nächsten Tag diskutierten die Herren mit den Faxgeräten weiter über mögliche Kandidaten, während die Netzgemeinde ganz andere Personen im Fokus hatte. Der Wochenrückblick auf Heise nannte das Geschehen mit Blick auf meine Seite ein chancenloses Kabarett gegen das Schachern der Regierung. Am zweiten Tag nach dem Rücktritt legten sich die Parteien im Bundestag auf Gauck fest. Beziehungsweise holten ihn aus …

Fußball WM 2011 – BINGO!

Die Fußball WM ist mal wieder in Deutschland. Es handelt sich keineswegs um das Sommermärchen 2006. Nicht einmal Jogi Löw und Kaiser Franz Beckenbauer sind dabei. Aber auch mit Germanys Next Topmodel hat das Turnier wenig gemeinsam. Viel mehr nennt sich der Spaß FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011. Wir reden also von Sport. Mit Frauen. In Deutschland. Dieses Jahr. Sommer­mädchen Trikottausch Weiblichkeit nicht verleugnen Frauen am Ball Kaffeeservice trotz unsere Mädels Lesben sexy Bajramaj Mannweiber schönstes WM-Girl Fußball-Barbie schönerer Fußball Weltmeister­innen der Herzen Bindegewebe WM-Schönheit Sommer­märchen ausverkauft Stollen statt Absätzen Minirock Jogis Mädels Ballkönigin Prima Ballerina Kapitänin Den Bullshit-Bingozettel mischen, hier ausdrucken, und sobald der Komentator eine Phrase aufwärmt ankreuzen! Vier Kreuze in einer Reihe gewinnen. Das Original stammt von Extra 3. Welche Phrasen fehlen noch?

netAction bei Spiegel Online

Plagiate wurden auf 247 Seiten gefunden, das sind 62,8%. 1 51 101 151 201 251 301 351 401 Seitenzahlen – Stand: 19.Feb.2011 – CC-BY-SA netAction.de 2011 Barcode der Plagiate in Guttenbergs Doktorarbeit Eigentlich wollte ich gesellschaftliche Dinge nicht in diesem Blog diskutieren. Bis Facebook von meinem vierteiligen Kommentar über Guttenbergs Rücktritt drei Teile zensierte. Also werden auch solche Themen unter dem neuen Tag „Gesellschaft“ hier im Blog ihren Platz finden: Dr. AD Guttenberg weigert sich bis heute den Betrug seiner Arbeit zuzugeben, den selbst seine eigene Uni sieht. Um den Druck zu erhöhen, dass der kriminelle Vorsatz von offiziellen Stellen festgestellt wird, half ich bei der Beweisaufnahme. Im Pressespiegel von Guttenplag fällt dabei einige Male der Name netAction, zum Beispiel im Screenshot auf Spiegel Online. Man sollte einem Volk nicht unterstellen, es wäre mal wieder einem Blender verfallen. Schließlich habe ich in den letzten Wochen auch einige Argumente für Guttenberg gehört und in der BILD gelesen. Im Kern lautet die These, dass es ein Minister nicht an seiner Leistung und schon gar nicht an politischen …