Tut mir Leid, ich habe einen Mac.

Muss mir der Besitzt eines Apples peinlich sein? Bisher war er es mir nicht.

Mein Macbook Pro 17″ Modell 4,1 ist drei Jahre alt. Pixel gingen kaputt, die Lüfter sind am Ende, der DVD-Brenner war bereits nach der ersten Schachtel Rohlinge hinüber. Alterserscheinungen eines Computer-Dinosauriers, auch wenn solche Schäden bei einem Lenovo oder Dell vielleicht nicht aufgetreten wären. Dafür war der Mac damals um einiges billiger als die Konkurrenz. Schade, dass Apple mittlerweile preislich die Realität verloren hat.

Apple wirbt mit seinem handlichen Steckeradapter, auf dem man leicht das Kabel aufwickeln könnte. Vom Gebrauch der Vorrichtung zum Aufwickeln wird dabei dringend abgeraten, weil das Kabel dabei bricht. Einige Blogs berichten von Kabelbränden, andere basteln Provisorien. Nach einger Zeit folgten die ersten Klagen wegen des Produktionsfehlers vor US-Gerichten. Darauf reagierte Apple dann doch, und zwar mit rechtlichen Schritten gegen die Veröffentlichung solcher Bilder. Als dann eine Versicherung wegen eines Wohnungsbrandes Schadensersatz von Apple forderte, schlugen sich manche Jünger auf die Seite des Konzerns: „Manche Leute bekommen einfach alles kaputt.“ Man muss wohl unter dem Stockholm-Syndrom leiden, um noch etwas von Apple zu kaufen?

Vorsicht: Bei Einsatz in dieser gefährlichen Umgebung erlischt sofort die Garantie!

Mein Rechner steht die meiste Zeit auf dem Schreibtisch. Versorgt von einem neuen zusätzlich gekauften Netzteil, das alte liegt noch für Unterwegs in der Tasche. Ohne viel bewegt worden zu sein gab der Adapter bald den Geist auf. Der Chef meines Computerladens erklärte bei der Reklamation, sie hätten Apples Produkte nur kurze Zeit geführt und schlechte Erfahrungen gemacht. Damit ist er sicher nicht alleine. Auch die großen Handy-Anbieter bereuen mitt­ler­weile, iPhones verkauft zu haben.

Jedenfalls bekam ich das Netzteil nach Wochen zurück. Vom Hersteller repariert. Mit dem alten zerrammelten Kabel und null Volt Ausgangsspannung. Gut, einen Kabelbrand brauche ich nun nicht mehr zu befürchten. Schließlich ist das Ding jetzt komplett hinüber.

Den gleichen Erfolg hatte ich mit drei Mäusen vom Typ Mighty Mouse. Eine mit USB-Anschluss und zwei Bluetooth. Längst nicht nur bei mir verweigert Apple die Reparatur jedes Mal mit dem Hinweis, die Nager wären lediglich leicht verdreckt. Manche Blogs sind sich unsicher, ob sie Apples Mäuse mit crap oder sucks bezeichnen sollen. Die sind nämlich gar nicht kaputt. Funktionierten nur nicht. (Nun habe ich die Razor Orochi mit abnehmbarem Kabel.)

Nach ein paar Jahren kann eine Festplatte schon mal ausfallen, gerade wenn sie schlecht gekühlt ist. Auch mein MacBook Pro blieb von dem recht simplen Austausch nicht verschont. Bei einem heutigen Mac wäre das nicht mehr möglich. Apple verbaut jetzt Platten mit sieben Pins mehr am Anschluss und eigener Firmware. Begründet wird die Inkompatibilität mit einer besseren Temperaturüberwachung. Moderne Solid-State-Disks werden allerdings kaum warm. Außerdem gibt jede normale Platte über SMART die Temperatur aus. Sachkenntnis scheint der Hersteller als Belastung zu empfinden.

Soll ich nochmal meinen armen Händler behelligen? Besser gleich den Rechner in die Spree werfen? Schäme mich langsam für meinen Mac.

5 thoughts on “Tut mir Leid, ich habe einen Mac.”

  1. OMG, ich läster ja immer über Apple-Hipster, aber, dass es so Schlimm ist hätte ich nicht gedacht. Vor allem die Inkompatibilitäten sind ein Unding.

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  2. Ich dachte immer Mac wäre für seine hohe Qualität und Zuverlässigkeit bekannt. Täusche ich mich? Ich hatte noch nie einen Mac oder ein anderes Gerät aus diesem Haus.

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    • Die Qualität ist in Ordnung. Apple gibt seinen Produkten eine sehr kurze Lebensdauer vor. Für die ersten iPhones sind längst keine Updates mehr verfügbar, und es wird auf Inkompatibilität zwischen den Generationen geachtet. Angesichts dieser kurzen Nutzbarkeit halten die Geräte sehr gut.

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      • Scheinst ja ein echtes Pech zu haben. Mein Mac Pro ist 12 Jahre alt und läuft immer noch, genauso wie der iMac Baujahr 2007. Meine Freundin hat ein Macbook pro 4 Jahre alt und auch sie hat kein Problem mit dem Netzkabel oder der Maus.
        Übrigens Update für iPhone erste Generation: Du wirst nicht viele Handys finden, bei denen der Hersteller auch nach 3 Jahren noch ein Update nachschiebt. Und mein altes iPhone 3G hat die aktuelle Version drauf.
        Bisher kann ich mich über die Lebensdauer nicht beschweren, mein Win-PC war nach 3 Jahren kaputt, das Samsung-Handy nach 1 1/2 Jahren.

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        • Den Mac Pro gibt es doch erst seit 2006, dachte ich.

          Als Linuxentwickler bin ich es gewohnt, dass die Hersteller keinen Support bieten. Anpassungen an neue Betriebssysteme braucht die Community auch gar nicht. Freie Firmwares reichen aus. Sie sind sogar notwendig, wenn man wissen will, was sein Gerät tut.

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