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Auf der IFA Berlin nichts neues 3.0

Nach Auf der IFA Berlin nichts neues von 2010 und Auf der IFA Berlin nichts neues 2.0 von 2011 wollte ich ja sagen, jetzt gab es etwas Neues. Aber es gab einfach nichts Neues. Fast nichts. Klar, Evolution geht immer in kleinen, kaum sichtbaren Schritten. Die Technik wird jedes Jahr hier und da ein bisschen besser, und irgendwann schaut man zurück und denkt: Wow, was hat sich geändert in den letzten zehn Jahren. Aber so eine Evolution geschieht nicht. Der 3D-Hype ist einfach wieder gestorben. Die Tablets und die unsäglich vielen Gadgets, allen voran die Kopfhörer, verschwinden einfach wieder. Samsung, Sony und Nikon zeigten Kameras, die keine Blitze fernsteuern konnten und keine lichtstarken Zoomobjektive hatten. Die Aussage sind unisono, man arbeite an brauchbaren Kameras, aber im Moment sieht es eher schlecht aus. Nur Panasonic hatte Modelle mit diesen Funktionen. Gezeigt wurde allerdings nichts davon. Die Leute am Stand wussten nicht einmal, dass ihre Kameras das konnten, und verwiesen mich an Canon. Der Glaube an die eigene Marke sieht anders aus. Klobige Uhren mit vielen unbenutzbaren …

Die Öko-Odyssee

Muss man sich eigentlich noch für nachhaltig produzierte Kleidung rechtfertigen? Weil man keine Lust auf Allergien hat, etwas Langlebiges sucht oder gemeinwohlökonomisch kein Verlustgeschäft machen will? Man kann natürlich auch an die armen ausgebeuteten Arbeiter in Sweatshops oder die Müllberge von Fast Fashion denken, aber es gibt nun wirklich genug kapitalistische Gründe für faire Mode. Ich wollte einfach nur brauchbare Socken haben. Nicht gleich eine Jacke oder einen Anzug, sondern einfach Socken. Eine transparente Produktion, hochwertige Verarbeitung, zeitloses Design und beständige, hautverträgliche Farben sollten selbstverständlich sein. Bei einer langen Internetrecherche fand ich kein Angebot. Also suchte ich nach Produkten mit Global Organic Textile Standard (GOTS). Eigentlich halte ich nichts von Zertifikaten. Dieses genießt aber wenigstens einen ganz guten Ruf, im Gegensatz zu Oeko-Tex und anderen, deren Bildchen oft auf Klamotten kleben und nichts aussagen. DM Bei der Drogerie-Kette dm-drogerie gibt es GOTS-zertifizierte Socken. Nur nicht in der Standard-Größe 44. Also ging die Suche weiter. You for Nature Man kann von Amazon und eBay halten was man will, aber wenn man etwas verkaufen will, sollte man …

Model-Kartei-Stream

Die Model-Community Model-Kartei hat keine Webseite für Mobilgeräte, und auch auf großen Bildschirmen braucht man für die Navigation viele Klicks und viel Geduld. Deshalb habe ich in node.js eine alternative Oberfläche programmiert. (Quellcode) Die Seite hat selbst keine Datenbank, sondern holt sich die Daten von model-kartei.de. Oft werden die Daten von verschiedenen Seiten zusammengewürfelt und auf einen Blick dargestellt. Das funktioniert nur, wenn das Passwort von Model-Kartei eingegeben wird. Es geht leider nicht anders. Mein Ziel ist es, nicht nur die Favoritenbilder und Jobs, sondern auch alle Seiten der linken Navigation (Klick auf das Symbol ganz oben links), also Forenkommentare, Statusmeldungen und so weiter im MK-Stream gleichzeitig anzuzeigen. Dann muss nur runtergescrollt werden, um alle Neuigkeiten zu sehen. Leider funktioniert das nicht, weil model-kartei.de die Zeit der Bilder und Beiträge nicht in den Übersichten anzeigt. Das müsste sich eigentlich leicht ändern lassen, und dann ist MK-Stream eine richtige Timeline. Ihr könnt die Bilder eurer eigenen Sedcard liken. Das geht auf model-kartei.de nicht. Für Meinungen und Anregungen habe ich die Seite etherpad.netaction.de/p/mks eingerichtet. Pro-Tipp: Eine Sedcard-Adresse …

LaTeX-Ersatz mit Pandoc und FOP

Für den automatischen Textsatz, also im Grunde das Konvertieren von Texten in PDF, wird nach wie vor häufig LaTeX verwendet. Ich mag weder die Sprache TeX, noch die Macken wie die fehlende UTF-8-Unterstützung. Meiner Meinung nach ist auch das Ergebnis nicht so super, wie es sein sollte. Mit Tabellen, Bildern und Zeilenumbrüchen ist die Engine öfter überfordert. Im professionellen Satz wird häufig mit dem Format Docbook gearbeitet, das HTML ähnelt. Da ich Docbook nicht gerne direkt eingeben möchte, schreibe ich in Markdown und konvertiere mit Pandoc nach Docbook. Zum Docbook braucht man ein Stylesheet im Format XSLT, das alle Angaben enthält, wie das Layout genau sein soll. Mit dem Programm xsltproc wird das Docbook auf das Stylesheet angewendet, heraus kommt eine FO-Datei. Diese FO-Datei muss nur noch mit den Bildern zusammen ins PDF umgewandelt werden, aber das ist der schwierige Schritt. Hier gibt es einige Programme mit unterschiedlicher Qualität. Ich verwende Apache FOP. Installation unter Ubuntu 13.04 Zuerst werden die Pakete pandoc, fop, xsltproc und docbook-xsl installiert. Die ersten drei sind die beteiligten Programme. das …

Wo sind denn nun die Daten?

Google, Apple, Facebook, Microsoft und ein paar andere Diensteanbieter im Internet geben Regierungen Zugriff auf Benutzerdaten. Wir wussten bis zu den NSA-Leaks vielleicht nicht, dass massenweise kleine Firmen und Behörden direkten Serverzugriff bei den Konzernen haben, aber wir wussten, dass sich alle persönlichen Daten problemlos abfragen ließen. Die NSA-Leaks haben nur gezeigt, wie kurz die Wege sind, um Bürgerrechte zu verletzten. Und eigentlich wussten wir das auch schon längst. Leitungen lassen sich recht einfach abgreifen und SSL-Zertifikate für HTTPS fälschen. Man braucht also keine Whistleblower, sondern es reicht ein Blick auf die Infrastruktur um zu wissen, dass persönliche Daten kopiert und gefälscht werden. Mit DE-Mail und dem Neuen Personalausweis wird das Problem nochmal schlimmer. Es ist schwierig eine fremde Wohnung zu betreten, und es ist verboten in Tagebüchern zu lesen, aber ein Facebook-Profil mit allen privaten Nachrichten kann von zehntausenden Leuten problemlos kopiert werden. Während wir unsinnigen Diensten den Missbrauch unserer Daten immer weiter ermöglichen, hindern wir uns selbst an deren sinnvoller Nutzung, indem wir das Urheber- und Persönlichkeitsrechte weiter verschärfen. So weiß niemand, wo …

@bastardausrede – Ein Twitter-Experiment

Auf Twitter gibt es einen neuen User: @bastardausrede. Er twittert ungefähr 200x im Jahr eine Ausrede, warum der Admin heute nicht arbeiten kann. Die Daten kommen aus dem Ausredenkalender vom Bastard Open Web Project. An jeder Ausrede steht der Hashtag #bastardausrede. Ich werde hin und wieder schauen, ob andere Leute unter dem Hashtag schreiben, ihre Ausreden retweeten und in die Datenbank aufnehmen. Mal sehen, ob das Projekt funktioniert. Der Postillon macht das gleiche mit #newstweet recht erfolgreich.

Photohackday 2013

Am letzten Wochenende war ich auf dem Photohackday 3. Google, Fotolia, EyeEm und ein paar andere luden Künstler und Programmierer ein, um das Wochenende zusammen zu basteln. Für mich klang das spannend. Es saßen also ein paar hundert Leute in Prenzlberg zusammen, überlegten, was sie bauen könnten und konstruierten Prototypen. Gestört wurde die Idylle eigentlich nur von den Veranstaltern. Zwei, die mit der kreativen Nutzung von Inhalten nichts zu tun haben, versuchten mit ihren Preisen die Ideen zu vernichten. Auf der einen Seite stand Google, das gerade erst RSS, CalDAV, XMPP, OpenID und ein paar andere wichtige freie Standards kaputt gemacht hat. Und auf der anderen Seite basiert das Geschäftsmodell vom übergebliebenen Fotoagentur-Dinosaurier Fotolia darauf, Bilder nicht weiterzugeben. Und wer brav gekaufte Bilder doch mal für seine Werbung bei Facebook oder in seinem freien Blog nutzen möchte, wird verklagt. Ich hätte mir Vorträge zu WordPress, Node.JS oder Wikipedia Commons gewünscht. Einfach Schnittstellen mit Potential. Leider war von Veranstalterseite nichts davon zu hören. Diese beiden Unternehmen, denen es hauptsächlich darum geht freien Datenaustausch und freie Medien …

Bildergalerie im Tumblr-Style

Auf meinem Blog probierte ich in der ersten Zeit mit horizontal scrollenden Bildergalerien herum. Die waren schlicht in die Artikel eingebunden. Die Bilder liefen waagerecht ruhig durch einen Kasten. Man konnte keine Bilder beschriften oder direkt darauf zugreifen. Dafür war die Bedienung idiotensicher. Man konnte klicken wo man wollte, die Webseite veränderte sich nicht. Seit einigen Jahren verwende ich nun den NIVO Slider. Man klickt sich mit Pfeilen durch die Galerien. Falls es bei jemandem nicht klappt, ist das nicht schlimm, der Artikel ist trotzdem lesbar. Der NIVO Slider ist auf vielen Webseiten immer noch sehr beliebt. Letztes Jahr nahm ich Galleria dazu. Es gibt kleine Vorschaubilder und einen Vollbild-Modus, der besonders auf Mobilgeräten und bei hochauflösenden Fotos gut funktioniert. Mit dem Support hatte ich so meine Schwierigkeiten. Genau genommen reagieren die nicht auf Bug-Reports und noch nicht mal auf fertige Patches. Galeria sieht trotz seiner Bugs hervorragend aus und kann viel. Auf Tumblr sah ich kürzlich eine Bildergalerie aus verschieden großen Mosaiksteinen. Es werden immer ein, zwei oder drei Fotos nebeneinander dargestellt. So etwas …

re:publica Talk – Soziale Netze im ärztlichen Behandlungsraum

Dieses Jahr besuchte ich den Kongress für Bloggerinnen und Twittermädchen re:publica nicht nur zum Staunen, sondern auch zum Unterhalten. In meinem Vortrag ging es darum, wo sich Ärzte über Behandlungsmethoden informieren und wie der Staat oder Privatkliniken Wissen platzieren sollten. Kernthese: Konferenzen und Unis sind schön und gut, aber Wikipedia-Artikel haben bessere Reichweiten.