All posts filed under: Webdesign und Medien

Mach SSH schneller!

In meiner Netzwerkfestplatte werkelt ein kleiner ARM-Prozessor Feroceon 88FR131 unter Debian. Er ist schnell genug für eine Shell und eine kleine Web-Oberfläche, aber zu langsam für moderne Crypto über große Datenmengen. Der SSH-Server bietet dem Client eine große Auswahl Algorithmen zur Kommunikation an und verständigt sich dann meist auf den zuverlässigsten. Bei mir blieben noch 5,6MB/s übrig, was mir definitiv zu langsam ist. Also erstellte ich eine 400MB große Testdatei und kopierte sie mit verschiedenen Ciphern immer wieder übers Netzwerk. $ scp -c aes256-cbc testfile 192.168.1.20:~ testfile 100% 401MB 5.1MB/s 01:19 Cipher Datendurchsatz 3des-cbc 2.5MB/s aes128-ctr 6.1MB/s aes192-ctr 5.4MB/s aes256-ctr 5.0MB/s arcfour128 11.1MB/s blowfish-cbc 8.9MB/s aes128-cbc 6.0MB/s aes192-cbc 5.6MB/s aes256-cbc 5.1MB/s arcfour 11.1MB/s arcfour256 11.1MB/s cast128-cbc 8.4MB/s Mehr als 11.1MB/s schafft das 100Mbit-Ethernet nicht. Da auch viele kleine Dateien schnell kopiert werden müssen, habe ich ein Verzeichnis mit 282 JPG-Bildern mit insgesamt 38,6MB angelegt. Beim Kopieren wurde wieder die Zeit gemessen. Mit dem voreingestellten Algorithmus dauerte es 7,4 Sekunden. $ START=$(date +%s.%N) && scp -c blowfish-cbc -q test/* 192.168.1.20:~/test && END=$(date +%s.%N) && DIFF=$(echo “$END …

Synthese von Morse-Zeichen im Browser mit morseSynth

Die Geschichte des Telegrafie-Unterrichts ist so lang wie die des Morse-Codes. Im 19. Jahrhundert prägten sich die Telegrafisten die Bilder für jedes einzelne Morsezeichen ein. „·−“ hieß A, „’−···“ war ein B. Die Zeichen wurden auf eine schmale Rolle Papier gedruckt. Schnell wurde klar, dass der Melodie des Druckers zu hören viel einfacher war, als Punkte und Striche abzuzählen. Auf das Papier wurde bald verzichtet. Dafür konnte die Geschwindigkeit erhöht werden, so dass Dits und Dahs verschwammen. Die Telegrafisten achteten nur noch auf die Melodie der Zeichen oder ganzen Wörter. Morsen ist halt eine Sprache, die man zwar nicht sprechen, aber nur durch Hören lernen kann. Es dauerte Jahrzehnte, bis Wissenschafter diese Erkenntnisse auch für die Lehre vorschlugen. Der Psychologe Ludwig Koch empfahl schließlich 1936, Morsezeichen von Anfang an mit hoher Geschwindigkeit zu lernen. Statt zu zählen kommt es auf den Klang eines Zeichens an, und den hört man nur, wenn ein Dit, also ein Punkt, weniger als 50ms dauert. Nach einigen Stunden Übung lassen sich so pro Minute bereits 25 Wörter aufnehmen, das entspricht …

Auf der IFA Berlin nichts neues 3.0

Nach Auf der IFA Berlin nichts neues von 2010 und Auf der IFA Berlin nichts neues 2.0 von 2011 wollte ich ja sagen, jetzt gab es etwas Neues. Aber es gab einfach nichts Neues. Fast nichts. Klar, Evolution geht immer in kleinen, kaum sichtbaren Schritten. Die Technik wird jedes Jahr hier und da ein bisschen besser, und irgendwann schaut man zurück und denkt: Wow, was hat sich geändert in den letzten zehn Jahren. Aber so eine Evolution geschieht nicht. Der 3D-Hype ist einfach wieder gestorben. Die Tablets und die unsäglich vielen Gadgets, allen voran die Kopfhörer, verschwinden einfach wieder. Samsung, Sony und Nikon zeigten Kameras, die keine Blitze fernsteuern konnten und keine lichtstarken Zoomobjektive hatten. Die Aussage sind unisono, man arbeite an brauchbaren Kameras, aber im Moment sieht es eher schlecht aus. Nur Panasonic hatte Modelle mit diesen Funktionen. Gezeigt wurde allerdings nichts davon. Die Leute am Stand wussten nicht einmal, dass ihre Kameras das konnten, und verwiesen mich an Canon. Der Glaube an die eigene Marke sieht anders aus. Klobige Uhren mit vielen unbenutzbaren …

Die Öko-Odyssee

Muss man sich eigentlich noch für nachhaltig produzierte Kleidung rechtfertigen? Weil man keine Lust auf Allergien hat, etwas Langlebiges sucht oder gemeinwohlökonomisch kein Verlustgeschäft machen will? Man kann natürlich auch an die armen ausgebeuteten Arbeiter in Sweatshops oder die Müllberge von Fast Fashion denken, aber es gibt nun wirklich genug kapitalistische Gründe für faire Mode. Ich wollte einfach nur brauchbare Socken haben. Nicht gleich eine Jacke oder einen Anzug, sondern einfach Socken. Eine transparente Produktion, hochwertige Verarbeitung, zeitloses Design und beständige, hautverträgliche Farben sollten selbstverständlich sein. Bei einer langen Internetrecherche fand ich kein Angebot. Also suchte ich nach Produkten mit Global Organic Textile Standard (GOTS). Eigentlich halte ich nichts von Zertifikaten. Dieses genießt aber wenigstens einen ganz guten Ruf, im Gegensatz zu Oeko-Tex und anderen, deren Bildchen oft auf Klamotten kleben und nichts aussagen. DM Bei der Drogerie-Kette dm-drogerie gibt es GOTS-zertifizierte Socken. Nur nicht in der Standard-Größe 44. Also ging die Suche weiter. You for Nature Man kann von Amazon und eBay halten was man will, aber wenn man etwas verkaufen will, sollte man …

Model-Kartei-Stream

Die Model-Community Model-Kartei hat keine Webseite für Mobilgeräte, und auch auf großen Bildschirmen braucht man für die Navigation viele Klicks und viel Geduld. Deshalb habe ich in node.js eine alternative Oberfläche programmiert. (Quellcode) Die Seite hat selbst keine Datenbank, sondern holt sich die Daten von model-kartei.de. Oft werden die Daten von verschiedenen Seiten zusammengewürfelt und auf einen Blick dargestellt. Das funktioniert nur, wenn das Passwort von Model-Kartei eingegeben wird. Es geht leider nicht anders. Mein Ziel ist es, nicht nur die Favoritenbilder und Jobs, sondern auch alle Seiten der linken Navigation (Klick auf das Symbol ganz oben links), also Forenkommentare, Statusmeldungen und so weiter im MK-Stream gleichzeitig anzuzeigen. Dann muss nur runtergescrollt werden, um alle Neuigkeiten zu sehen. Leider funktioniert das nicht, weil model-kartei.de die Zeit der Bilder und Beiträge nicht in den Übersichten anzeigt. Das müsste sich eigentlich leicht ändern lassen, und dann ist MK-Stream eine richtige Timeline. Ihr könnt die Bilder eurer eigenen Sedcard liken. Das geht auf model-kartei.de nicht. Für Meinungen und Anregungen habe ich die Seite etherpad.netaction.de/p/mks eingerichtet. Pro-Tipp: Eine Sedcard-Adresse …

LaTeX-Ersatz mit Pandoc und FOP

Für den automatischen Textsatz, also im Grunde das Konvertieren von Texten in PDF, wird nach wie vor häufig LaTeX verwendet. Ich mag weder die Sprache TeX, noch die Macken wie die fehlende UTF-8-Unterstützung. Meiner Meinung nach ist auch das Ergebnis nicht so super, wie es sein sollte. Mit Tabellen, Bildern und Zeilenumbrüchen ist die Engine öfter überfordert. Im professionellen Satz wird häufig mit dem Format Docbook gearbeitet, das HTML ähnelt. Da ich Docbook nicht gerne direkt eingeben möchte, schreibe ich in Markdown und konvertiere mit Pandoc nach Docbook. Zum Docbook braucht man ein Stylesheet im Format XSLT, das alle Angaben enthält, wie das Layout genau sein soll. Mit dem Programm xsltproc wird das Docbook auf das Stylesheet angewendet, heraus kommt eine FO-Datei. Diese FO-Datei muss nur noch mit den Bildern zusammen ins PDF umgewandelt werden, aber das ist der schwierige Schritt. Hier gibt es einige Programme mit unterschiedlicher Qualität. Ich verwende Apache FOP. Installation unter Ubuntu 13.04 Zuerst werden die Pakete pandoc, fop, xsltproc und docbook-xsl installiert. Die ersten drei sind die beteiligten Programme. das …

Wo sind denn nun die Daten?

Google, Apple, Facebook, Microsoft und ein paar andere Diensteanbieter im Internet geben Regierungen Zugriff auf Benutzerdaten. Wir wussten bis zu den NSA-Leaks vielleicht nicht, dass massenweise kleine Firmen und Behörden direkten Serverzugriff bei den Konzernen haben, aber wir wussten, dass sich alle persönlichen Daten problemlos abfragen ließen. Die NSA-Leaks haben nur gezeigt, wie kurz die Wege sind, um Bürgerrechte zu verletzten. Und eigentlich wussten wir das auch schon längst. Leitungen lassen sich recht einfach abgreifen und SSL-Zertifikate für HTTPS fälschen. Man braucht also keine Whistleblower, sondern es reicht ein Blick auf die Infrastruktur um zu wissen, dass persönliche Daten kopiert und gefälscht werden. Mit DE-Mail und dem Neuen Personalausweis wird das Problem nochmal schlimmer. Es ist schwierig eine fremde Wohnung zu betreten, und es ist verboten in Tagebüchern zu lesen, aber ein Facebook-Profil mit allen privaten Nachrichten kann von zehntausenden Leuten problemlos kopiert werden. Während wir unsinnigen Diensten den Missbrauch unserer Daten immer weiter ermöglichen, hindern wir uns selbst an deren sinnvoller Nutzung, indem wir das Urheber- und Persönlichkeitsrechte weiter verschärfen. So weiß niemand, wo …

@bastardausrede – Ein Twitter-Experiment

Auf Twitter gibt es einen neuen User: @bastardausrede. Er twittert ungefähr 200x im Jahr eine Ausrede, warum der Admin heute nicht arbeiten kann. Die Daten kommen aus dem Ausredenkalender vom Bastard Open Web Project. An jeder Ausrede steht der Hashtag #bastardausrede. Ich werde hin und wieder schauen, ob andere Leute unter dem Hashtag schreiben, ihre Ausreden retweeten und in die Datenbank aufnehmen. Mal sehen, ob das Projekt funktioniert. Der Postillon macht das gleiche mit #newstweet recht erfolgreich.

Photohackday 2013

Am letzten Wochenende war ich auf dem Photohackday 3. Google, Fotolia, EyeEm und ein paar andere luden Künstler und Programmierer ein, um das Wochenende zusammen zu basteln. Für mich klang das spannend. Es saßen also ein paar hundert Leute in Prenzlberg zusammen, überlegten, was sie bauen könnten und konstruierten Prototypen. Gestört wurde die Idylle eigentlich nur von den Veranstaltern. Zwei, die mit der kreativen Nutzung von Inhalten nichts zu tun haben, versuchten mit ihren Preisen die Ideen zu vernichten. Auf der einen Seite stand Google, das gerade erst RSS, CalDAV, XMPP, OpenID und ein paar andere wichtige freie Standards kaputt gemacht hat. Und auf der anderen Seite basiert das Geschäftsmodell vom übergebliebenen Fotoagentur-Dinosaurier Fotolia darauf, Bilder nicht weiterzugeben. Und wer brav gekaufte Bilder doch mal für seine Werbung bei Facebook oder in seinem freien Blog nutzen möchte, wird verklagt. Ich hätte mir Vorträge zu WordPress, Node.JS oder Wikipedia Commons gewünscht. Einfach Schnittstellen mit Potential. Leider war von Veranstalterseite nichts davon zu hören. Diese beiden Unternehmen, denen es hauptsächlich darum geht freien Datenaustausch und freie Medien …